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18.11.2011, 13:57 Uhr
Arbeitskreis Wissenschaft, Forschung und Kunst zu Besuch in Ulm
Meiner Einladung als stellvertretende Vorsitzende folgend, tagten die CDU-Landtagskollegen des Arbeitskreises Wissenschaft, Forschung und Kunst bei ihrer ersten Vor-Ort-Aktion in Ulm. Sehr viele namhafte Persönlichkeiten aus der Wissenschaftsstadt Ulm folgten unserer Einladung zu einem Empfang in den Heilmeyer-Saal unter dem Motto „Politik begegnet Wissenschaft und Kunst“.

Dr. Monika Stolz MdL und Dr. Dietrich Birk MdL

Mutige Investitionen haben die Stadt Ulm schon immer voran gebracht, betonte ich in meiner Begrüßung. Wir feiern aktuell 25 Jahre Wissenschaftsstadt Ulm. Dank der damaligen Idee und beherzter Umsetzung unter Ministerpräsident Lothar Späth verfügen wir heute über diesen wesentlichen Entwicklungsmotor für die Region. Wäre es nach den Grünen gegangen, wäre nichts passiert. Sie haben damals versucht zu verhindern, so wie sie heute agieren: Sie wollen verhindern, dass die absolut notwendige Bahnanbindung der Region durch die Neubaustrecke Ulm-Wendlingen und Stuttgart 21 fit für die Zukunft gemacht wird. Die Gegner sollten auch heute, d.h. bei der Volksabstimmung am 27. November im Interesse der Menschen keinen Erfolg haben! Stimmen sie daher mit NEIN am 27. November!

Es war mir ein großes Anliegen, meinen Kolleginnen und Kollegen zu zeigen, welche Entwicklung die Wissenschaftsstadt Ulm in den vergangenen Jahren genommen hat. Beispielhaft dafür stehen der Neubau der Chirurgie und auch das Helmholtz-Institut Ulm für Elektrochemische Energiespeicherung, das e-lab (Labor für Batterietechnologie) oder auch das Großlabor Automotive-Center der Hochschule Ulm.

Im Mittelpunkt des Empfangs standen das persönliche Gespräch sowie die Themen und Anliegen der Gäste. Ein besonderer Charme hatte dieser Empfang auch dadurch, dass er von der Schülerfirma der Spitalhof-Schule bewirtet wurde und die Honoratioren der Stadt Ulm von der Leistung der jungen Leute sehr beeindruckt waren.
   
Am nächsten Tag nutzten wir die Gelegenheit unseres Vor-Ort-Besuchs, um uns aus erster Hand informieren zu lassen: Wo liegen weitere Potentiale gerade im Wissenschafts- und Hochschulbereich der Region, welche Entwicklungen werden in den kommenden Jahren angestrebt. Vor diesem Hintergrund fanden Gespräche mit dem Leiter des Geschäftsbereichs Elektrochemische Energietechnologien am Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung (ZSW) Prof. Dr. Werner Tillmetz, sowie dem Präsidium der Uni Ulm statt.

Professor Tillmetz dankte für die hervorragende Unterstützung durch die vorherige Landesregierung, auf der nun aufgebaut werden kann. Er informierte uns umfangreich zu den Schlüsseltechnologien Batterie und Brennstoffzelle und ging insbesondere auch auf das Thema der Sicherheitsanforderungen ein.

Die Abgeordneten waren beeindruckt zu sehen, welch enormes Knowhow in Europas größtem Zentrum für Batterieforschung vorhanden ist. Der AK wünschte Professor Tillmetz, dass die Entwicklungen vorangetrieben werden und eine erfolgreiche Markteinführung in naher Zukunft möglich sein kann.

Der Vizepräsident der Uni Ulm, Professor Dr. Stadtmüller ging in seinem Vortrag auf die aktuellen hochschulpolitischen Herausforderungen vor dem Hintergrund wachsender Studierendenzahlen ein. Die steigenden Studierendenzahlen seien eine große Herausforderung für die Universitäten, die es zu meistern gelte.

Die Uni Ulm sei hierbei jedoch auf einem guten Wege, was nicht zuletzt auch der Unterstützung durch das Land im Rahmen des Ausbauprogramms „Hochschule 2012“ geschuldet sei. Vizepräsident Professor Dr. Bäuerle gab einen Einblick in das thematische Spektrum des Anfang 2011 gegründeten Helmholtz-Instituts Ulm für Elektrochemische Energiespeicherung HIU. Das HIU sei das erste außeruniversitäre Forschungsinstitut auf dem Campus und ein sehr großer Baustein für die Wissenschaftsstadt und die außeruniversitäre Forschung. Vizepräsident Professor Dr. Debatin knüpfte hieran an und zeigte die Notwendigkeit einer weiteren außeruniversitären Forschungseinrichtung zur Stärkung des Standorts Ulm auf, die auf dem Gebiet der Biomedizin tätig sein solle.

Wir griffen die Überlegungen zur strukturellen Stärkung des Standorts Ulm unmittelbar auf und thematisierten diese Frage gegenüber Wissenschaftsministerin Bauer in der Sitzung des Wissenschaftsausschusses im Stuttgarter Landtag, die sich unmittelbar an die Vor-Ort-Aktion anschloss. Der Vorsitzende des Arbeitskreises Hr. Dr. Dietrich Birk und ich betonten diesbezüglich: „Die Ankündigung der Landesregierung in Gesprächen mit der Ulmer Universitätsmedizin sowie mit außeruniversitären Partner über mögliche Kooperationen zu sprechen, reichen nicht aus. Der erfolgreich beschrittene Weg der Vorgängerregierung muss konsequent fortgesetzt und es müssen Maßnahmen entwickelt werden, die zu einer Erhöhung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschaftsstandortes Ulm führen.“

Gemeinsam mit meinen Fachkolleginnen und Kollegen aus der Landtagsfraktion werde ich auch in der neuen Oppositionsrolle die notwendige Weiterentwicklung der Wissenschafts- und Hochschulregion konstruktiv begleiten.