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26.10.2015, 13:52 Uhr
Der Landtag von Baden-Württemberg hat im Juli die Änderung des Schulgesetzes zur Inklusion verabschiedet
Wie geht es den Sonderschulen damit?
Dieser Frage wollte Frau Dr. Stolz nachgehen und besuchte im Herbst die Gustav-Werner-Schule. Grundsätzlich ist die Gustav-Werner-Schule der Inklusion gegenüber schon immer offen gewesen und hat auch in der Vergangenheit Schülerinnen und Schüler inkludiert.

Sehr positiv ist, dass Eltern nun das Wahlrecht haben und ihre Kinder nicht mehr zwangsläufig in die Sonderschule bringen, sondern sich bewusst für diese Schulart entscheiden.
Im Moment entscheiden sich 2/3 der Eltern für die Sonderschule und 1/3 für die Inklusion, vor allem die Gruppeninklusion ist sehr beliebt – in gleicher Weise ist damit der Bedarf für die Außenklassen zurückgegangen.

Neu an dem Schulgesetz ist unter anderem, dass die an die Regelschule abgeordneten Sonderschulpädagogen und Fachlehrer, mit ihrem Deputat der Regelschule zugeordnet sind. Die Kollegen bekommen somit keinen Input aus der Sonderschule, auch an der Gesamtlehrerkonferenz sind sie nicht mehr dabei. Die Schulleitung befürchtet, dass dadurch wertvolles Potential verloren gehen könnte. Was entwickelt sich, wenn im Laufe der Zeit der Blickwinkel der Sonderpädagogik auf die Grundschulpädagogik gelenkt wird? Welches Stundendeputat gilt, vor allem wenn die Lehrkräfte ihre Unterrichtsstunden an Regel- und Sonderschule aufgeteilt haben. Hier gibt es noch manche Unklarheiten.

Die Umsetzung des Inklusionsgesetzes, d.h. wie Inklusion vor Ort gehandhabt wird, regeln die Verordnungen zu diesem Gesetz. Diese Verordnungen seitens der Landesregierung liegen leider immer noch nicht vor. Ob Inklusion qualitätsvoll und zum Wohle der Kinder umgesetzt werden kann, hängt von diesen Verordnungen ab. Wir werden diese, sobald sie uns vorliegen sehr kritisch prüfen und begleiten.