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27.08.2015, 15:34 Uhr
Tagespflege in Wiblingen „Gemeinsam ist es schöner“
Hohe Pflegequalität muss auch in Zukunft gewährleistet werden
„Hier ist etwas Wunderbares entstanden“, so die Abgeordnete Dr. Stolz bei ihrem Besuch der Tagespflege im Kögelhof in Wiblingen. Großzügige, helle Räume und eine angenehme, behagliche Atmosphäre sorgen dafür, dass sich die Gäste der Tagespflege wohlfühlen. Davon konnte sich die frühere Sozialministerin überzeugen.
Seit drei Jahren bietet die Katholische Sozialstation Ulm, eine Einrichtung der Paul Wilhelm von Keppler-Stiftung 15 Tagespflegeplätze an, für dies es sogar mittlerweile eine Warteliste gibt. „Ein eindeutiges Indiz dafür, dass dieses Angebot in Wiblingen gefehlt hat“, so Dr. Stolz.

Was treibt einen Regionalleiter von Seniorenheimen um, wollte die ehemalige Sozialministerin wissen? „Der Fachkräftemangel wird in den nächsten 5 Jahren steigen“ konstatiert Peter Wittmann, Regionalleiter der Paul Wilhelm von Keppler-Stiftung in Ulm. „Der Grund dafür wird aber nicht primär in der Vergütung liegen, sondern in der verdichteten Arbeitsbelastung und der geringen Möglichkeit eine 100 % Anstellung zu erhalten.“ Und auch der Druck steigt auf die Pflegekräfte.

Dem versucht die Keppler-Stiftung in Ulm entgegenzuwirken. Die vor zwei Jahren eingerichtete Stelle eines Seelsorgers für die Mitarbeiter hat sich sehr bewährt. Peter Wittmann kann es sich ohne diese Stelle nicht mehr vorstellen. Das Angebot werde von vielen Mitarbeitenden häufig genutzt, 70 Einzelberatungen im Jahr, sprechen hier eine deutliche Sprache. Der Regionalleiter würde sich wünschen, dass dieses Angebot flächendeckend eingeführt wird, da Mitarbeiter im Pflegebereich einer hohen Belastung ausgesetzt sind.

Leider fehlen darüber hinaus oft finanzielle Mittel, um gute Ideen umzusetzen. So würde er gerne mehr Energie in die Projektentwicklung stecken, wie der Konzeption des Sozialraum orientieren Ansatzes oder für Patienten die sehr schnell aus dem Krankenhaus entlassen werden, könne man zum Beispiel eine Krankenhaus-Übergangslösung anbieten um die Aufnahme in ein Heim noch abzuwenden, aber das müsse von den gesetzlichen Krankenkassen auch bezahlt werden.

Auch unter der Fülle der Reglements leiden die Anbieter. Bei aller Notwendigkeit der Überprüfung und Kontrolle der Einrichtungen, wünscht sich der Regionalleiter etwas mehr Grundvertrauen in die Träger, Raum für eigene Qualitätsentwicklung und Kreativität. Dafür ließen die detaillierten Richtlinien oft kaum noch Spielraum.

All diese Themen werden bei der von der CDU initiierten „Enquete-Kommission Pflege“ im Landtag aufgearbeitet. „Es ist wichtig, dass das Thema einer guten Pflege fraktionsübergreifend bearbeitet wird und für die zukünftige Politik Handlungsanweisungen formuliert werden, zeigte sich Dr. Stolz überzeugt,
„die hohe Qualität der Betreuung pflegebedürftiger Menschen muss allen ein wichtiges Anliegen sein.“