Neuigkeiten
10.08.2015, 15:09 Uhr
„Was gerade bei uns zu Hause passiert, wissen wir nicht“
„Sicher wohnen - Schutz vor Einbrechern“: Ein Thema, das viele bewegt. Davon zeugten die zahlreichen Gäste, die der Einladung nach Wiblingen gefolgt sind, zu der die CDU Landtagsabgeordnete Dr. Stolz eingeladen hat.

 „Wir sind jetzt hier“, so eine Frau aus dem Publikum, „aber was zu Hause passiert, wissen wir nicht“.
Polizeipräsident Christian Nill erläutert die Thematik der Wohnungseinbrüche.
„Die Ängste sind berechtigt“, so Dr. Stolz bei ihrer Begrüßung. „Die Einbruchszahlen sind in Baden-Württemberg in nur zwei Jahren um 50 Prozent angestiegen. Steigende Einbruchszahlen berühren direkt das Sicherheitsgefühl der Menschen. Sie erwarten zu Recht von der Politik entschiedenes Handeln. Denn jeder, der bereits einmal Opfer eines Wohnungseinbruchs gewesen ist, fühlt sich in seinen eigenen vier Wänden unsicher. Doch der Innenminister reagiert halbherzig mit punktuellen Aktionen und die Polizei ist durch die grün-rote Polizeireform teilweise immer noch gelähmt. Das belegt in erster Linie auch die niedrige Aufklärungsquote“, so Dr. Stolz weiter. „Deshalb gilt es, den Stellenabbau bei der Polizei zu stoppen, mehr Zivilfahnder auf den Straßen einzusetzen, Präventionsreferate bei der Polizei zu stärken und moderne IT-Prognosesoftware einzusetzen, um nur einiges aus dem Forderungskatalog der CDU-Landtagsfraktion zu nennen", sagte Dr. Stolz.

Polizeipräsident Christian Nill stellte am Anfang seiner  Ausführung die provozierende Frage: Ist Ulm sicher? Um sich diese, dann gleich selbst mit „Ja“ zu beantworten, so seine Sicht der Situation.

Selbstverständlich sei jeder Einbruch in ein Haus, ein Einbruch zu viel - und wer persönlich schon davon betroffen war - hält nichts von Statistiken. Das Polizeipräsidium Ulm ist für ca. 900 000 Menschen hier in der Region für die Sicherheit zuständig. Mit neun Delikten auf 100 Einwohner steht Ulm an sechster Stelle unter den neun Großstädten. Die Zahl der Wohnungseinbrüche sei in den letzten 10 Jahren von 95 auf 139 gestiegen. Wohnungseinbrüche sind ein sehr emotionales Thema und die Sicherheit der Bürgerschaft stehe bei der Polizei an erster Stelle. Die Erfahrungen zeigen, dass die Tätergruppierungen derzeit schwerpunktmäßig aus dem osteuropäischen Raum kommen. Nill möchte aber auch davor warnen, alle Osteuropäer für Diebe zu halten. „Sichern Sie ihr Haus gut ab“, so der Rat von Christian Nill, „ der Einbrecher gibt sich gerade mal durchschnittlich 90 Sekunden. Wenn es ihm in dieser Zeit nicht gelingt einzubrechen, lässt er von dem Objekt ab.“ Auch räumte er mit der Vorstellung auf, die Diebe kämen bei Nacht. Zwischen 17.00 und 21.00 Uhr und am Vormittag seien die Einbrüche am häufigsten. Ein gut gesichertes Haus und wachsame Nachbarn, ist ein sehr guter Schutz vor ungebetenen Gästen. Positiv sei auch zu vermerken, dass die Zahl der versuchten Einbrüche gestiegen sei, die Prävention also Wirkung zeigt.

Damit leitete er an Polizeihauptmeister Göthe weiter, der dem Publikum dringend zu präventiven Maßnahmen riet und demonstrierte mit welchen einfachen Mitteln die Einbrecher sich Zugang zu den Häusern und Wohnungen verschafften. Ganz gefährlich sind gekippte Fenster, ungesicherte Lichtschächte und unverriegelte Haustüren. „Nehmern Sie Kontakt mit uns auf, wir kommen zu Ihnen nach Hause“, so Göthe.

Die Situation im Westen von Ulm, der sich für die Polizei bis nach Dietenheim erstreckt ist relativ ruhig, so der Leiter des Polizeireviers Ulm-West Daniel de Giuli.

Wie geht es einer Bürgerin die Opfer eines Einbruchs wurde? Frau K. aus Ulm schilderte, dass sie zuerst überhaupt nichts von dem Einbruch bemerkt hätte. Gerademal eine halbe Stunde hätte sie das Haus an einem Winternachmittag verlassen, als die Diebe kamen und wertvollen Familienschmuck gezielt aus der Kassette im Schlafzimmer gestohlen haben. Ein ungutes Gefühl bleibt zurück, noch immer gehe sie ungern alleine in den Keller. Froh sei sie darüber, die Einbrecher nicht gesehen zu haben und dass diese keine Verwüstung in ihrer Wohnung angerichtet hätten.

Die Veranstaltung endete mit einer Fragerunde, die von den Gästen rege genutzt wurde.