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04.08.2015, 16:10 Uhr
Informationsgespräch Pestalozzischule Ulm
Wie geht es einer „Förderschule“ mit dem neuen Inklusionsgesetz? Hat die Schulleitung Sorge künftig weniger Schüler zu haben und wie stehen die Förderschulen zur inklusiven Beschulung? Mit diesen und mehr Fragen im Gepäck, suchte Frau Dr. Stolz das Gespräch bei der Pestalozzischule in Ulm.
Konrektor Hochrein, Schulleiter Henke und Dr. Stolz MdL.
Herr Henke und sein Kollege Herr Hochrein sehen es gelassen. Auch für das kommende Schuljahr haben sie wieder genügend Anmeldungen für ihre Schule. Die Eltern entscheiden sich bewusst für diese Schulform, sie wollen den geschützten Rahmen der Förderschule und erwarten eine bessere Förderung ihrer Kinder.

Zurzeit werden in der Pestalozzischule 92 Kinder in den Klassen 1-9 unterrichtet, 10 % davon werden inklusive betreut, was grundsätzlich gut ist, aber nicht immer leicht zu organisieren. Auch die Beförderung der inklusiven Kinder ist noch nicht geklärt, „aber große Veränderungen brauchen Zeit“, so der Schulleiter.

Es wird immer Kinder geben, die mit der Inklusion nicht zurechtkommen und z. B. mit der Selbstorganisation überfordert sind. Die Frage für die Entscheidung muss lauten: Was bringt dem Kind den höchsten Gewinn.

„Der Übergang von der Sonderschule in den Beruf klappt sehr gut, da wird nach der inklusiven Beschulung kein großer Unterschied zu bemerken sein“, so die Einschätzung von Herrn Henke. Wir besitzen eine hohe Kompetenz, gutes know how und ein gut funktionierendes Netzwerk.

Allerdings bereite es ihm etwas Sorge, dass immer mehr Sonderpädagogen für die Inklusion abgestellt werden und in den Förderschulen mit Grund- und Hauptschullehrern unterrichtet wird.

Die CDU-Fraktion und insbesondere Frau Dr. Stolz als inklusionspolitische Sprecherin ihrer Fraktion bekennt sich schon seit Jahren klar zur Inklusion. Deshalb wurden in ihrer Regierungsverantwortung Modellregionen zur schulischen Inklusion eingerichtet. Schon damals stand für sie immer das Wohl des Kindes an allererster Stelle. Deshalb kann sowohl eine Regelschule wie auch eine Förderschule das richtige für ein Kind sein. Das eigenständige Sonderschullehramt muss weiter bestehen bleiben und die Abgeordnete hofft, dass die Sonderschulen nicht langsam ausgeblutet werden – die bestmögliche Förderung der Kinder mit oder ohne Behinderungen muss sichergestellt werden.